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Nach
den Feststellungen verschiedener Heimatforscher kann angenommen werden, dass die
Kirche etwa um das Jahr 1200 erbaut worden ist und dass die Gründung des
Gotteshauses auf Veranlassung des Klosters Zschillen (Wechselburg) erfolgte.
Erstmalig wird die Kirche in einer Urkunde von 1277 erwähnt. Das Kloster
Zschillen wurde im Jahre 1168 durch Dedo von Wettin, einem Bruder des
Marktgrafen von Meißen, Otto dem Reichen, gegründet. So wird die Claußnitzer
Kirche Lehnkirche der Zschillner Probstei gewesen sein. Verschiedene der
ältesten Lehnkirchen der Probstei Zschillen, darunter auch Claußnitz, werden in
einer zu Avigon am 22. April 1262 ausgestellten Urkunde genannt. In dieser
Urkunde publiziert Johannes de Silvis als päpstlicher Exekutor eine gegen den
Abt Johannes von Chemnitz ergangene Bulle vom 27. März 1362 und trifft
Anordnungen, "Da die Pfarrer dieser Kirche die Bulle bekannt geben und deren
Befolg sorgen sollte". Unsere Kirchenbücher reichen lückenlos bis zum Jahre 1567
zurück. Dies haben wir dem Pfarrer Georg Geisler zu verdanken, der während des
30jähri- gen Krieges mehrfach die Bücher dem Zugriff der plündernden Soldaten
entzog. Er brachte sie nach Mittweida in Sicherheit. Auf einem dieser
gefährlichen Wege wurde er überfallen und so geschlagen, dass er an den Folgen
dieser Misshandlungen in Mittweida Sonnabend vor Palmarum 1641 im Alter von 64
Jahren verstarb. Es konnte ihm erst 14 Tage später in Claußnitz die
Leichenpredigt gehalten werden. Seine dankbare Gemeinde setzte ihm einen
Gedenkstein, der jetzt in der Taufpforte der Kirche steht. Dort befindet sich
auch noch eine wertvolle Truhe aus dieser Zeit. Sie ist aus einem Stück
gearbeitet (ein ausgehöhlter Baumstamm) und wiegt etwa 5 bis 6 Zentner. Die
Einführung der Reformation fand in Claußnitz 1539 statt. Unser Gotteshaus ist
vom Stil her eine spätgotische Kirche mit noch einzelnen romanischen Elementen,
wie z.B. das Südportal sowie der Aufbau von Gemeindeschiff und Chorraum. Große
bauliche Veränderungen gab es in der Zeit des Barock Mitte und Ende des 19.
Jahrhunderts. Die Fenster wurden vergrößert, die Inneneinrichtung erneuert, das
Gebäude selbst durch Treppen- und Logenanbauten erweitert. Die letzte größere
Innenrenovierung war 1951. Anlässlich der 700 Jahrfeier 1977 wurden die Wände
und Decken mit einem neuen Anstrich versehen. 1987 wurde der Kirchturm komplett
renoviert und mit einer Turmkrone versehen. In den letzten Jahren erhielt die
Kirche eine funkegesteuerte Turmuhr, die Orgel wurde grundlegend überholt und
die Buntglasfenster restauriert.
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